
(Deutsche Version nach unten) During a Butoh festival in St. Petersburg called ‘Mad in Japan’, Koiji Tamano had a solo performance during which he climbed a step ladder into the light, with smoke rising from beneath. To this image he asked me to add a recording of a pipe band and orchestra playing ‘Amazing grace’. He asked my to do an edit of the music, cutting a section out, leaving the lone piper at the end. We had no time to rehearse, but, despite acting the whole time like the worst behaved grandfather in the world, when he performed the piece, his foot hit the top step on the step ladder at exactly the moment the lone piper returned for the last verse. He had never heard the edit, and yet the synchronisation was perfect. This is one example of the unconscious of a performance.

In our rehearsal process, we often try a scene or a piece of choreography to music which is either improvised or is as yet unheard by the dancers. In most cases what you find is the bodies and movements of the dancers follow at an unconscious level the formal sections of the music. This allows very strong moments to emerge that were not at any point planned and were not otherwise under any kind of control. They simply emerged. This is an example of unleashing the unconscious of a performance.

Some years ago Joyce MacMillan, the theatre critic of The Scotsman, wrote a review of ‘Ketzal’ by DEREVO, in which she described the music and movement working ‘as if born in the same moment’. In fact the music had often been made after the movement was already fixed. Sometimes music made for one scene became the music for another scene. The combinations between the two became tighter and tighter over a number of performances, eventually seeming to be ‘born in the same moment’. This effect would not have been possible if the choreography or the music had been more deliberately or even consciously combined. The feeling of being ‘born in the same moment’ was a pure example of the unconscious of a performance.
These are some of the ideas we consider when trying to put shows together and are attempting, concomitantly, to leave the possibility of generating meanings as open and as unconfined as possible.
(Deutsche Version) Während eines Butoh-Festivals in St. Petersburg mit dem Titel „Mad in Japan“ hatte Koiji Tamano eine Solo-Performance, bei der er eine Trittleiter ins Licht kletterte, während darunter Rauch aufstieg. Er bat mich, diesem Bild eine Aufnahme einer Dudelsackkapelle und eines Orchesters hinzuzufügen, die „Amazing Grace“ spielen. Er bat mich, die Musik zu bearbeiten, einen Abschnitt herauszuschneiden und den einsamen Dudelsackspieler am Ende stehen zu lassen. Wir hatten keine Zeit zum Proben, aber obwohl er sich die ganze Zeit wie der am schlechtesten erzogene Großvater der Welt benahm, berührte sein Fuß bei der Aufführung des Stücks die oberste Sprosse der Trittleiter genau in dem Moment, als der einsame Dudelsackspieler für die letzte Strophe zurückkam. Er hatte die Bearbeitung nie gehört, und trotzdem war die Synchronisation perfekt. Dies ist ein Beispiel für das Unbewusste der Performance.

Während unserer Proben probieren wir oft eine Szene oder ein Stück Choreographie zu Musik aus, die entweder improvisiert ist oder die die Tänzer noch nicht gehört haben. In den meisten Fällen stellt man fest, dass die Körper und Bewegungen der Tänzer auf einer unbewussten Ebene den formalen Abschnitten der Musik folgen. Dadurch können sehr starke Momente entstehen, die zu keinem Zeitpunkt geplant waren und auch sonst keiner Kontrolle unterlagen. Sie entstanden einfach. Dies ist ein Beispiel für die Entfesselung des Unterbewussten einer Aufführung.

Vor einigen Jahren schrieb Joyce MacMillan, die Theaterkritikerin des Scotsman, eine Kritik zu „Ketzal“ von DEREVO, in der sie beschrieb, dass Musik und Bewegung „so wirkten, als seien sie im selben Moment geboren“. Tatsächlich wurde die Musik oft erst komponiert, nachdem die Bewegung bereits festgelegt war. Manchmal wurde die Bewegung für eine Szene zur Musik für eine andere Szene. Die Kombinationen zwischen beiden wurden im Laufe einer Reihe von Aufführungen immer enger und schienen schließlich „im selben Moment geboren“ zu sein. Dieser Effekt wäre nicht möglich gewesen, wenn die Choreographie oder die Musik gezielter oder sogar bewusster kombiniert worden wären. Das Gefühl, „im selben Moment geboren“ zu sein, war ein reines Beispiel für das Unterbewusste der Aufführung.

Dies sind einige der Ideen, die wir bei der Zusammenstellung von Shows berücksichtigen und gleichzeitig versuchen, die Möglichkeit der Bedeutungsgenerierung so offen und uneingeschränkt wie möglich zu lassen.